Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man dran zieht.

Sonntag, 21. August 2011

Eingewöhnung erster Teil

... ist geschafft. Vor sieben Tagen war mir ja noch recht flau in der Magengegend, ob Erik sich denn gut zurecht findet, ob die Kinder ihn gut annehmen, ob die Erzieherinnen lieb sind, ob ob ob ... Ihr kennt das ja. Aber bis auf kleine Probleme am Montag beim abendlichen Einschlafen läuft alles prima. Hier mal was vom Tagesablauf:
-zu neun Uhr wird Erik zum Kita gebracht (lieber etwas früher, dann kann er noch etwas spielen - natürlich ist die Kiste mit den Autos am tollsten)
-neun Uhr ist Morgenkreis: da wird der Kalender hier bearbeitet, mit magnetischen Schildchen, es wird viel gezählt, man muss das Wetter beobachten
Nach dem Kalender kommt der Sprachstein zu tragen. Die Kinder melden sich, wer etwas erzählen will und wenn sie den Stein haben, dürfen sie reden. Wenn sie fertig sind, geben sie einem anderen Kind, das sich meldet, den Stein und der nächste ist dran. Dabei werden auch die I-Kinder mit einbezogen, selbst wenn sie sich nicht melden, ganz putzig. Nach dem Sprachstein wird noch ein Lied gesungen oder etwas gespielt.
- zwischen 9:45 und 10 Uhr geht es raus, wenn das Wetter es zulässt. Diese große Schaukel hat Erik für sich entdeckt, steuert er inzwischen ganz direkt an.
Und als ich am Mittwoch kam, um ihn vor dem Mittagessen abzuholen, saßen um ihn herum, mit in der Schaukel, 4 oder 5 Kinder. Sein Blick war zwar eher etwas verwundert, aber Erik schien sich doch recht wohl zu fühlen.
- 10:45 gehts wieder rein denn
- 11:00 Uhr gibt es Essen
- so gegen 11:30 geht es dann in den Mittagsschlaf ... ich habe seiner I-Erzieherin (Heike heißt sie) viel Glück gewünscht.

Was mit viel Hoffnung macht: in der letzten Kita war Erik bereits in der ersten Woche schwer krank, jetzt geht es ihm super, er rennt quietschfidel durch die Wohnung (da werden sich die Nachbarn freuen, was solls).

Ich drück euch alle.

Sonntag, 31. Juli 2011

Passt nicht

Heute morgen, nachdem Erik mich liebevoll im Bett angesprungen hatte, lag ich noch ein wenig unter der warmen Decke und hörte dem Regen zu, als plötzlich meine Füße frei lagen und erik versuchte, mir Schuhe anzuziehen. "Werden wohl meine Sandalen sein," dachte ich, als ich Klettverschluss hörte. "Fühl sich aber komisch an, werd ich mal gucken." ... Er wollte mir SEINE Sandalen auf die Füße stecken. :D

Diese Woche habe ich den Vertrag für die I-Kita unterschrieben, es geht entweder am 15. oder am 22. August los, je nachdem, wie viele Kinder zu der Zeit schon da sind, es soll nicht zu stressig werden für Erik. Ick freu mir!!

Mittwoch, 27. Juli 2011

Fassungslos

Eigentlich waren unsere Pläne für das letzte Wochenende ganz wunderbare. Wir wollten uns mit Freunden zu einem Gildentreffen (wers nicht kennt, ich kannte alle bisher nur aus dem Internet und jetzt wurde diese Bekanntschaft in das reale Leben erhoben,, dazu ein Gildentreffen ... außerdem wollten sich alle anderen nach einem Jahr mal wieder sehen) zusammen finden, als am Freitagabend jemand unfassbares von seinem Handy vorlas. Attentat. Jugendliche. Dutzende Tote. Wir alle waren zutiefst erschüttert und noch immer ist das stärkste Gefühl, das ich bei dem Gedanken an den 22ten habe, unendliche Trauer. Ich möchte am liebsten ganz Norwegen in den Arm nehmen und trösten. Das dachte sich auch jemand anderes und hat sich etwas wundervolles ausgedacht. Auf Facebook stolperte ich über einen Post, den hier. Wer dort angemeldet ist, kann sich das anschauen. Wer nicht, kann gleich weiter zur Hauptseite, HIER LANG. Dort wird eine virtuelle Menschenkette gebildet, inzwischen fast eine Million Menschen daran beteiligt. Die Anmeldung ist ganz einfach, Deutschland findet sich unter Tyskland, fast am Ende der Liste. Ich würde mich freuen, wenn ihr dort mitmachen würdet.

Dienstag, 19. Juli 2011

Menno

Ich habe heute Kartoffelauflauf zum Mittag gemacht und was passiert mir, als ich das heiße Ding aus dem Ofen nehmen wollte? Ich bleibe mit dem Rand der Auflaufform am Knopf vom Herd hängen und kann froh sein, das 2/3 des Auflaufs wieder im Ofen gelandet sind und nicht auf meinen nackten Beinen (zur Abwechslung isses bei uns heute mal warm gewesen, da werden die kurzen Hosen raus gekramt). Spontanes in die Ecke setzen und heulen, während der Mann versucht zu retten, was eigentlich nicht mehr zu retten war.
Die letzten Wochen wars irgendwie zuviel, zu viele Termine, zu oft mit dem Sohn aneinander geraten. Wie ist das alte Mantra? ... Ah ja: "Es ist nur eine Phase, es ist nur eine Phase, es ist nur eine Phase, es ist nur eine Phase, ... " Bitte bitte, lasst sie endlich wieder vorbei sein.

Freitag der Termin im SPZ verlief wirklich gut. Haben unsere Bahn bekommen (hin und zurück, das ist in Berlin nicht immer so in den letzten 2 Jahren, da fällt gerne mal was aus) es hat nicht geregnet (10 Pluspunkte), Erik ließ sich ein wenig beruhigen als wir warten mussten und unsere Frau Doktor war keine fünf Minuten zu spät. Im Gegensatz zum letzten mal, wo wir eine Dreiviertelstunde warten musste, ist das schon fast überpünktlich gewesen. Sie erkundigte sich nach der allgemeinen Entwicklung, wie er mit Ergo und Theraplay zurecht kommt, hat mir die Beantragung von einem Schwerbehindertenausweis und Pflegestufe 1 angeraten, stelle eine Verordnung für Windeln aus (Autismusinkontinez - das wird wohl noch eine Weile dauern, bis er trocken ist, meinte Frau Doktor ... wenigstens muss ich mich jetzt deswegen nicht mehr stressen, puh). Einzig die Frau an der Anmeldung hat mich geärgert, weil sie eine Überweisung haben wollte, die ich nicht hatte. "Aber Sie wissen doch, das Sie immer eine neue Überweisung mitbringen müssen!" "Nein, sonst hätte ich jetzt gewiss eine hier. Das ist unser zweiter Termin hier, ich bin noch kein Profi in der allgemeinen Abwicklung im SPZ." "Aber Sie wissen doch, das Sie einen neue benötigen." Puh, bis zehn zählen, ganz ruhig bleiben, Bine. "Ich habe keine da, sind wir jetzt umsosnst gekommen?" "Nein, die können sie nachreichen innerhalb von einer Woche." Argh, dann mach mich hier nicht kirre! Hab ich mir nur gedacht, zum Glück. Ich lächlte freundlich, unterschrieb meinen Wisch, in dem ich versicherte, die Überweisung nachzureichen und rannte meinem Kind hinterher.

Hat irgendwer ein paar Nerven, die er über hat? Meine sind momentan wie alte, dünne Klingeldrähte, einmal falsch drücken und es gibt nen Kurzschluss.

Donnerstag, 14. Juli 2011

In der Wolke

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Heute haben wir etwas besonderes gemacht, es ging in die Wolke. So wird die große Stoffplane genannt, die in der Ergotherapie unter dem Dach hängt. Erik kennt sie schon, doch damals hatte Andrea wirklich zu ackern, das Erik hoch zu den Klammern (momentan sein absolut liebstes Spielzeug, ab und an raubt er mir damit den letzten Nerv, wenn sie ÜBERALL rumliegen oder er die Holzklammern kaputt macht *seufz*)kommt. Und heute ... seht selbst. Ansosnsten ist heute wieder ein Blödsinn-Mach-Tag, menno. Dafür wurden heute mal wieder Nudeln mit Tomatensoße gegessen, die wurden in letzter Zeit verschmäht ... ich hab mir schon Sorgen gemacht :).
Hoffentlich ist das mit dem Blödsinn morgen nicht so prägnant, da haben wie einen Termin im SPZ. Regen ist auch unerwünscht, wir fahren mit dem Fahrrad. Und hoffentlich müssen wir nicht wieder so lange warten, trotz Termin und pünktlich da, beim letzten Mal war es fast eine Stunde.
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Schietwetter

Da lässt man einmal die Wäsche draußen auf dem Balkon über Nacht und natürlich fängt es dann an zu regnen, wenn man fast eingeschlafen ist. Raus auf den Balkon stolpern, Wäscheständer reinwuchten, wieder hinlegen. ... Mist, ich muss nochmal auf die Toilette.
Erik und ich werden gleich los zur Ergo, bei wunderbarem Nieselregen. Naja, können wir die Regenhose gleich bei Andrea nutzen, vielleicht wird ja wieder an den Spiegel gemalt, ich werde berichten.

Dienstag, 12. Juli 2011

Asche auf mein Haupt

Ich sitze hier und habe Tränen in den Augen. Einmal, weil ich das hier gesehen habe und, als Hauptgrund, weil gerade eine Dame vom Grundsicherungsamt angerufen hat, Erik hat seinen Platz in der I-Kita. Ab 22. August geht Erik in eine ganz tolle Einrichtung. Lustiger Weise bin ich als Kind in das selbe Gebäude gegangen, nur einen Aufgang weiter. Zur Zeit wird dort zwar gebaut, aber damit ist man auch irgendwann fertig und dann ist die Kita noch toller. Ich freue mich so sehr, muss nachher, wenn mein Herzblatt nach Hause kommt, ihn wohl erstmal anspringen.
Hier ist eine Menge passiert: viele Termine bei der Ergo, noch mehr bei der Logopädie. Aber das ist ja eigentlich keine Logo, wie man sie sich so vorstellt, mit Nachsprechen etc. ... Erik spricht ja noch nicht wirklich. Wer sich schlau machen will, hier lang. Wer Fragen hat, einfach stellen :).
Erik hat sich auf jeden Fall super entwickelt. Frauen (also fremde Frauen) werden jetzt wahr genommen, er hört besser, wenn ich etwas von ihm will, er isst super alleine (bleibt sogar sitzen, hach), lässt zu, das man mit ihm zusammen etwas spielt, klettert wie ein Weltmeister (sogar da, wo er es darf, das war ja früher eher doof), ist zur Zeit total verknutscht, ... . Das mit dem Töpfchen klappt noch immer nicht, aber was solls, wird schon. Vielleicht kann mir Elisabeth dazu eine mail schicken, wie das bei Robert geklappt hat, würde mich wirklich brennend interessieren.
Iwischendurch hatte die halbe Familie Geburtstag (was das immer soll, ständig bin ich am Planen von Festen, Kuchen backen, Leute zu aktivieren, bei meinen Plänen mit zu machen; zum Geburtstag meiner Mam klappte die Überraschung auf jeden Fall super, es gab lecker Kuchen (viel zu viel :D) der neue Grill wurde eingeweiht, der neue Feuerkorb auch, ... meine Mam hat sich schon recht doll gefreut) mein Männe wohnt jetzt richtig bei uns (der Umzug war unmenschlich und das Renovieren unglaublich anstrengend (Ostern ging komplett dafür drauf, klasse)) Erik ist ein laufender Meter (1,02 Meter und 16,2 Kilo) und wenn das Wetter passte, wurde viel gebadet.
Ach so, im Zoo waren wir auch. Knapp 1,5 Stunden waren wir da, als Erik quengelig wurde. Zum Glück hatte Liraluh ihren Manduca mit, umgeschnallt, Erik rein, 10 Minuten später hat er geschlafen. Und danach wurde wieder viel getobt, wozu sind Spielplätze im Zoo sonst da?


PS ich bemühe mich, demnächst wieder öfter zu berichten, Theraplay ist ja bald vorbei, dann haben wir nicht mehr so dolle Stress :).

Montag, 28. März 2011

"Mögest du in interessanten Zeiten leben." (alter chinesischer Fluch)

Manche Ereignisse sind so schrecklich, das man danach wie gelähmt ist, selbst wenn es am anderen Ende der Welt geschieht. Seit meinem halben Leben liebe ich Japan. Seine Landschaft, die Kultur, die Menschen, seine Religion, seine Bauweise. Dieses Land nun im Angesicht einer solch schrecklichen Katastrophe zu sehen, schmerzt mich ungemein. Ich brauchte lange, die Lähmung des Geistes abzuschütteln oder besser, mit ihr zu leben. Noch immer kann ein Teil von mir nicht realisieren, was die Bilder im Fernsehen vermitteln, ein anderer hat ob der Ereignisse im AKW einfach nur Angst. Als die Meldung kam, geringste Mengen radioktiver Partikel seien nun bei uns angekommen, konnte ich nur mein Kind an mich pressen und an den Fluch denken, der meine heutige Überschrift ist. Zur Natur- und Technologiekatastrophe kommt noch der Rebellenaufstand in Libyen und erneut aufflammende Gewalt im Gazastreifen. Irgendwie ist es zur Zeit alles zuviel. Zuviel Schmerz, Tod, Hass, Gewalt, Zerstörung, Trauer, Angst, Leid. Und trotzdem muss man funktinieren, weiter machen.

Und so backt man Kuchen:















Selterskuchen:
3 Tassen Mehl
3 Eier
1 Tasse Zucker
1 Tasse Öl
1 Tasse Selters
1 Päckchen Backpulver

Backblech fetten, alles zu einem glatten Teig verrühren und gleichmäßig auf dem Blech verteilen. Bei 180Grad für 20 Minuten backen. Man kann als Belag Kouvertüre, Zitronenglasur oder alles mögliche nehmen, was einem einfällt. Wer es ganz bunt mag, teilt den Teig in Schüsseln auf und gibt Vanillepuddingpulver, Schokopuddingpulver oder rote Grütze dazu. Nennt sich dann Papagienkuchen.

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Ergotherapie gab es inzwischen ja schon zwei Sitzungen, bei der am 17. März hat mich nur der Akku meiner Kamera im Stich gelassen. So gibt es nur zwei Bilder, die hier:


Hier steht der Turm zwar leider nicht mehr, aber Erik schaffte es, acht Steine übereinander zu stapeln. Absolute Premiere, wat war ich stolz.

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Zwischendurch, am 22ten, wurden Schränke angeliefert.

Hm, die Reihenfolge ist ein wenig durcheinander gekommen, was solls. Der Aufbau ging recht schnell und eingeräumt sind sie auch schon fast vollständig. Inzwischen habe ich das Luxusproblem: "Was pack ich da nun rein." Herrlich!

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Die zweite Ergostunde fing mit Rumbaumeln an, da macht Erik super mit. Er schaut Andrea an, lässt seine Finger über die Matte streifen, findet Eindrehen einfach klasse, ich muss mir immer ein Grinsen verkneifen, wenn ich daneben sitze.


Beim Bohne-in-die-Flasche-stecken ist der Bursche echt geschickt, war Andrea schon beinahe überrascht. Aber wer überall herumfummeln, trainiert sich so im Alltag, oder?

Wooohooo, ich bin das Schlossgespenst ... . Neenee, jetzt wirds gleich bunt, äh grün.











Ich lasse die Bilder einfach mal für sich sprechen.

Die Kreise hat Erik an den Spiegel gemalt, ohne irgendwelche Anleitung. Schnell ein Papier drauf gepappt, da hab ich noch in Jahren was von.

Und wo die Hände gerade so schön eingeschmiert sind, gleich noch ein paar Abdrücke von machen. Das hier sind die, die am schönsten geworden sind.

Bei der Ankunft zu Hause wartete schon dieser kleine Kerl auf uns. Danke schön, Frau Nachbarin. So einen wollte ich schon als Kind immer haben.

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Irgendwann gab es bei uns auch mal Pizza, für mich eine Calzone ... aber ohne Oliven!



Es wird natürlich gleich inspiziert, was das denn da eigentlich ist. Hat super geschmeckt, Erik wie auch uns Großen.

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Am Samstag war ich mit Liraluh auf einem kleinen Flohmarkt und ich habe auch so einiges gefunden. Die Spielsachen folgen noch, ich habe sie ersteinmal im Keller versteckt.

Fundstücke aus der Kindheit *hachmach*.

Wer Märchen, Sagen, Fabeln und artverwandte Sachen sammelt, kann daran natürlich nicht vorbei gehen. Bei zwei Büchern ist zwar der Umschlag beschädigt, aber das Buch an sich sieht noch wunderbar aus.

Die sind fürs Kind, ich mag den alten Mann und seinen Kater einfach. Und die Mucklas natürlich auch.

Abteilung Non-Books. Die zwei Musik-CDs hab ich vom Versandhaus mit dem großen A.

Auch diese Bücher sind im Internet gefunden worden, meine bisherige Suche auf Flohmärkten wurde einfach nicht vom Erfolg gekrönt. Wer wirklich gute Science-Fiction lesen will, ich kann euch den Autor nur empfehlen. Zur Zeit sind leider nur zwei Bücher von ihm im Buchhandel bestellbar und es sieht nicht so aus, als würde sich daran in nächster Zukunft etwas ändern.

Das ist der inzwischen fünfte Band der Mercy Thompsen Reihe. Das einzig schlechte an den Büchern ist, das man alles mit einer Hand machen muss, wenn man angefangen hat zu lesen, es ist einfach zu spannend. Die Autorin hat eine wunderbar stimmige Parallelwelt geschaffen, in welcher es Werwölfe, Vampiere und, als großen Sammelbegriff, das Feenvolk gibt. Wer gerne mal etwas Fantastisches liest, zugreifen. Absolut empfehlenswert!!!

Für Neugierige, das gehört zur Reihe (uns steht bei mir natürlich auch im Bücherregal):
1. Ruf des Mondes
2. Bann des Blutes
3. Spur der Nacht
4. Zeit der Jäger
5. Zeichen des Silbers

Es gibt noch eine zweite Buchreihe zu den Werwölfen, wobei Reihe fast zuviel gesagt ist, es sind bis jetzt zwei Bücher. Ich empfehle jedoch, mit Mercy anzufangen, man hat einfach eine bessere Einführung in die Welt von Patricia Briggs.

1. Schatten des Wolfes
2. Spiel der Wölfe

Für alle, die einmal einen Blick in die Welt eines Autisten werfen wollen, es ist ganz wunderbar geschrieben.

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Noch zwei Schnappschüsse vom Wochenende. Wir haben alles aufgegessen und heute scheint dafür bei uns die Sonne.

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Ich wünsche euch eine ganz tolle Woche, ich packe jetzt das Kind und mich ein und dann machen wir uns auf Nahrungssuche im Supermarkt.

Hier das vor langer Zeit versprochene Bild von mir mit Brille.

Montag, 14. März 2011

Wie gelähmt

schaue ich mir die Bilder im Fernsehen an. Sehe, wie eine riesige, mit Schlamm versetzte Welle in die Städte rast und alles, was ihr im Weg steht, einfach wegspült. Autos, ganze Häuser, einfach weg. Mir schnürt sich der Hals zu, wenn ich daran denke, das in diesen Augenblicken die Leben von Hunderttausenden zerstört werden. Wer sich vor der Welle retten konnte muss mit ansehen, wie sein Haus, alles was er besitzt, einfach weggerissen wird von den Wassermassen.
Und als ob das schwerste Erdbeben in der Geschichte Nippons und der anschließende Tsunami noch nicht schrecklich genug währen, drohen nun die Kraftwerke zu kollabieren.
Ich bin in Gedanken bei allen Bewohnern Japans und bete, das es nicht zu noch mehr schrecklichen Geschehnissen kommt.

*

Gestern abend chattete ich mit meiner Schwester und war im Anschluß daran so dankbar, das es Erik gut geht, ich hatte Tränen in den Augen.
Ihre Schulfreundin N. hat vor anderthalb Jahren Zwillinge geboren, viel zu früh. Ein Junge und ein Mädchen. Dem Jungen ging es nach einer Weile ganz gut, doch das Mädchen, Lili, war mehrfach schwerstbehindert. Blind, taub, stumm, nicht in der Lage zu krabbeln/zu laufen, ein fehlerhaftes Verdauungssystem und jede Nacht furchtbare Krämpfe während denen sie schrie, schrie, schrie. Dieses kleine Mädchen ist jetzt vor zwei Wochen gestorben, wurde am letzten Freitag beerdigt. Mir bricht das Herz, wenn ich an N. denke. So lange hat sie gekämpft und nun muss sie ihr Mädchen doch gehen lassen. N. sucht zur Zeit Trost in der Religion, hält sich daran fest, das Lili nun an einem Ort ist, wo sie singen, tanzen, lachen kann ... all die Dinge ebend, die ihr hier verwehrt waren. Ich kann sie gut verstehen und schicke Lili die schönsten Blumen in den Himmel.
Als bitteren, bösen Gedanken habe ich im Hinterkopf, das es vielleicht besser ist. Nicht für N., für Lili. Was hätte sie für ein Leben gehabt, in ihrem eigenen Kopf gefangen, man wusste nicht einmal, ob sie sonst, über die Haut etwa, Umweltreize aufnehmen konnte. Keine Möglichkeit zur Kommunikation, zur Interaktion mit der Umwelt. Ein bitterer, trauriger Gedanke.


Irgendwie war die letzte Woche echt übel. Ich lenke mich jetzt mit Aufräumen, Wäsche waschen und Kuchen backen für den Geburtstag der Schwiegermam ab.

Montag, 7. März 2011

Da issa wieder


Ich weiß nicht, was das Bürschchen die letzten 4 Monate so gemacht hat(hatte vielleicht eine Freundin , jetzt ist ihr aufgefallen, was für ein bekloppter Mensch er ist und hat ihn verlassen), aber scheinbar braucht er wieder ein wenig Aufmerksamkeit. Vor einer ganzen Weile wurde Sonea (und mit ihr alle behinderten Kinder) auf YouTube wüst von einem kleinen Bürschen angefeindet. Nun ist er wieder da.
Das Schlimme an diesem Menschen ist, dass er außer Schwachsinn, Beleidigungen und (nur für ihn) urkomischen Kommentaren nichts von sich geben kann. Laut seiner Aussage ist er im zweiten Semester Journalismus/Germanistik ... das will ich einfach nicht glauben. Der Beruf des Journalisten war für mich immer etwas besonderes, man hat eine gewisse Verantwortung der Gesellschaft gegenüber, unvoreingenommen von etwas zu berichten. Von Parteilosigkeit kann man bei diesem Menschen nicht reden, seinen späteren Arbeitgeber kann ich mir schon vorstellen. Irgend so ein dummes, braunes Blättchen in irgendeinem kleinen Kaff, wo es ein Ereignis ist, wenn eine Herde Kühe über die Hauptstraße getrieben wird.
Wer es noch nicht gemacht hat, registriert euch bitte bei der Sonnenscheinarmee! Sie existiert nur, um gemeinsam gegen solche Menschen aufzutreten, deshalb ... MACHT MIT, STEHT AUF, SAGT ETWAS!!!#

PS das Bild ist ein Link zu noch mehr von solchen hübschen Bildchen ... Auslachen ist auch eine Möglichkeit, oder?

Freitag, 4. März 2011

Backe backe Kuchen

Am Donnerstag hatte Erik wieder Ergotherapie, ist inzwischen fest in der Wochenplanung drin.

Es ging wieder in eine Schaukel, diesmal aber nicht so groß wie beim letzten Mal. Der Bursche hat sich einen Spaß draus gemacht, sich mitten im Schwung aus dem Tuch heraus zu winden und Andrea und mir einen riesen Schreck einzujagen.

Hier wollte Andrea eigentlich von Erik, das er Kastanien (in der Kiste mit dem blauen Tuch) in den Eimer steckt, der neben ihm steht. Im Deckel des Eimers waren zwei Schlitze kreuzförmig in der Mitte, da sollten die Dinger durch. Aber nicht mit Erik, der wollte das Auto vom Schrank haben und hat die Kastanien da rein gepackt, war Andrea auch zufrieden.















Aus unerfindlichen Gründen backe ich in letzter Zeit wie verrückt, zwei Kuchen die Woche ist normal. Erik freuts, er haut immer gut rein. Ich benutze ganz gern Backmischungen, da muss ich nicht noch ewig mit der Waage herum hantieren. Büschen faul, aber schmecken tun sie auf jeden Fall.

Das Bild hier passt gut zu Eriks derzeitigen Lieblingsbeschäftigungen: irgendwelche Sachen irgendwo rein stopfen. Hier schiebt er die Memoriesteine durch die Ritze über der Tür, wenn alle drin sind, muss ich den Schrank aufmachen und dann werden die Steine unten durch die Ritze wieder raus geschoben. Dann gehts wieder von vorne los. Ein super Spiel, da sind Erik und ich einer Meinung.

Ein weiteres Lieblingsspiel: Rumhopsen. Auf allem. Hier nutzt Erik die Zeit, wo ich frische Bettwäsche zusammen suche, um ausgiebig herum zu tollen.


Nach ein paar kräftigen Hopsern zieht Erik in der Luft die Beine an und lässt sich aufs Bett/die Couch fallen. Ich nenne das die Kanonenkugel.


So langsam kommt der Frühling auch hier bei uns an, Nachts sind es aber gerne noch -6 Grad. Brrrrr.

Tja, wer viel herum tobt wird auch mal müde. Vor allem wenn man zum Mittagessen ordentlich rein gehauen hat. So gegen drei Uhr saß Erik auf der Couch und wie im Video kippte er mal fast auf die eine Seite, bald auf die andere. Als ich mit der Kamera ankam lag er schon so da, zu spät. Süß ist er aber auf jeden Fall, mein Schatzl.